Deutschland von Sinnen

Der Autor, selbst als Zehnjähriger mit seinen Eltern zugewandert, findet eingangs schöne Worte für seine „Mutter“ Deutschland, die ihn nie habe spüren lassen, daß er nur ihr „Adoptivsohn“ sei.

 

Diese, seine geliebte Mutter, sieht der Autor gefährdet. Der Untertitel gibt nur einen zentralen Teil seiner Befürchtungen wieder.

 

Häufig, aber nicht durchgehend benutzt er eine Ausdrucksweise, die mich an eine Zeile  in meinem Lied „Andere Kinder“ erinnert: „Ihr Wortschatz pendelt zwischen After und Geschlecht.“ Doch zeigt er auch immer wieder, daß er sehr wohl mit der Hochsprache umgehen kann.

 

Auch lustig kann er werden: „Und daß das Wort ‚Betreuungsgeld’ so intensiv gehaßt wird wie das Wort ‚Judenstaat’ und ‚Atomkraft’, weil es die ekelhaft perverse, wenn nicht gar satanische Assoziation von einer ‚Nur-Hausfrau’ heraufbeschwört, die sich um den Haushalt, die Kinder und den Garten kümmert, und das womöglich auch noch freiwillig. Am Ende backt sie an Weihnachten mit den Kleinen Plätzchen, die Drecksau!“  (Seite 14)

 

Um einprägsame Bilder ist Pirincchi auch nie verlegen: „Mann und Frau und was daraus entsteht, kurz die zeugende Heterosexualität, ist aber nicht irgendeine Farbe unter anderen Farben auf der Malerpalette, sondern die Malerpalette selbst, von der alles kommt. Sie ist sakral. Alle anderen sollen sich erst mal hinten anstellen.“ (Seite 19)

 

Das ist der zentrale Punkt seiner Gedanken zum Thema Homosexualität: Hinten abstellen!. Er hat nichts gegen Homosexualität: „ … daß es mir nicht darum geht, die Homosexualität als eine verachtenswerte Angewohnheit oder gar als eine üble Krankheit zu diffamieren und Menschen mit dieser sexuellen Orientierung einen verkommenen Charakter zu unterstellen. Homosexualität existiert, hat schon immer existiert, auch in der Tierwelt. Die Homosexualität zu verdammen wäre das gleiche, wie wenn man die Verästelung eines Baumes verdammen würde, nur weil sie dem eigenen ästhetischen Empfinden nicht behagt.“ (Seite 17)

 

Kritik übt der Autor allerdings an Auswüchsen, wie sie bei Christopher Street Days vorkommen: „Männer, die sich am Straßenrand gegenseitig einen blasen, mit entblößten Genitalien und aneinander fummelnd durch die Gegend torkeln und Frauen, die ihre Feminität a la Lesbos offenkundi8g ebenfalls nur mit aggressiv-obszönem Exhibitionismus feiern können, als wollten sie der heterosexuellen Welt zubrüllen, alles, was uns ausmacht ist Sex, Sex und nichts weiteres als hemmungsloser Sex!“ (Seite 18)

 

Solche Dinge, die sich da auch vor den Augen von Kindern abspielten, würden von den Medien übergangen, die nur bemüht seien, bei solchen  Veranstaltungen bunte Vielfalt und Werben um Toleranz darzustellen.

 

Die Medien, insbesondere die staatsnahen mag Pirincchi überhaupt nicht. In einem einzigen Satz über die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten findet sich allein fünfmal das volkstümliche Wort für Kläranlagenfüllungsprodukt. Anschließend begründet er seine Wut ausführlich, auch mit einem Vergleich dessen, was den „Öffentlichen“ durch Zwangsabgaben zur Verfügung steht und was sie dafür liefern, mit  dem, was amerikanisches Kino und Fernsehen auf der Basis privater Investitionen  auf den Markt bringen.

 

Auch daß bei den „Öffentlichen“ Gelder von Lobbyisten verbraten werden, stellt er ausführlich dar. Ein Andersmeinender müßte sich schon eine Menge Arbeit machen, um den Autor zu widerlegen.

 

In gleicher Breite setzt er sich mit der „Geistesverwirrung“ um Gender-Mainstreaming auseinander, wofür der Staat inzwischen Milliarden aufwende, und kommt zu dem Schluß: „Dabei ist die Sache so einfach. Gender-Mainstreaming ist eine von nicht richtig arbeiten wollenden, nichtsdestotrotz sehr aggressiven Lesben in die Welt gefurzte Quatschtheorie, wonach das Geschlecht eines Menschen ein anerzogenes ‚soziales Konstrukt“ sei, das man je nach Lust und Laune wie Tampons wechseln könne. Wobei allerdings Frauen, insbesondere staatlich alimentierte Kampflesben da eine Ausnahme machen, weil deren Geschlecht auf Anhieb das richtige, also bessere bzw. kein soziales Konstrukt darstelle, während in Wahrheit so etwas wie das männliche Geschlecht gar nicht existiere, und wenn vielleicht doch, dann nur während der Arbeitszeit, um die Kampflesben mit männlichen Steuergeldern zu finanzieren – kurz. das Kampflesbenartige sei das einzige wahre Geschlecht und alles andere die totale Scheiße.“ (Seite 245)

 

Daß Migranten in Deutschland aufgenommen werden sieht Pirincchi –wie im Falle der eigenen Familie- positiv. Allerdings rät er diesen, sich zu assimilieren, da man ja das Herkunftsland verlassen habe, weil es hier besser sei als dort, wo man herkomme und wohin man nicht zurückwolle.

 

 Ablehnung der Assimilation, ja gar Eroberungswillen wirft er etwa einem Drittel der eingewanderten arabischen und türkischen Muslime vor. Deutschland hat sich Pirincchis Anschauung nach in Jahrhunderten von der Religion als staatsbestimmende Macht emanzipiert. Was der Islam wolle, sei indes wieder der Rückweg ins geistig religiöse Mittelalter. Zudem sei der derzeit praktizierte Islam eine Religion „in deren Namen täglich Menschen rund um die Welt in die Luft gesprengt, geköpft, hingerichtet, genitalverstümmelt, gefoltert, sinnlos massengemordet und schließlich und endlich  ihres schönen und edlen Menschseins beraubt“ würden. Also gehöre der Islam zu Deutschland wie die Reeperbahn nach Mekka.

 

Trotzdem habe sich gerade auch um diese Zuwanderer eine milliardenschwere Integrationsindustrie gebildet, die zwar ihre angesagten Ziele nie erreiche, aber deren Scheintätige für ihresgleichen immer mehr Pöstchen mit schönen Gehältern und hohen Pensionen schüfen.

 

Wo das Geld dafür und für viele andere Belastungen des Steuerzahlers von hinterfragungswürdiger Notwendigkeit herkomme, schildert der Autor in dem Kapitel „Angst ist eine Entscheidung“.

 

„Folglich wird das gesamte Steuer- und Abgabenaufkommen in Deutschland von circa 13 Millionen Menschen gestemmt. Etwa jeder achte Bürger wird herangezogen, um die ungeheuerliche Summe von einer halben Billion Euro jährlich (einschlie0lich Unternehmens oder Verbrauchssteuern und anderen Märchensteuern) für diesen Staat aufzubringen.“ (Seite 88)

 

Als einen Ausweg aus diesem Dilemma, wird detailliert ein aufs Notwendigste beschnittener Staat dargestellt, in dem jeder Bürger nur noch fünf Prozent seines Einkommens an Steuern abgibt.

 

Als einfache Lösung sieht der „durchgeknallte Katzenkrimiautor“ (Konstantin Wecker) die Möglichkeit, innerhalb von drei Monaten ein marktwirtschaftliches Modell ins Grundgesetz zu drücken. Er beschreibt in einem Modell, daß dazu lediglich etwa 300 000 mutige Menschen, die pro Jahr dreißig- bis fünfzigtausend Euro Einkommenssteuer aufbringen müssen, und rund fünfzehntausend Betriebe mit einem Jahresumsatz von jeweils einer Million benötigt würden, die für diesen Zeitraum Einkommenssteuer und Vorauszahlungen verweigern würden. Schon damit wäre der Staatsmoloch in die Knie zu zwingen.

 

Aber daß selbst diese scheinbar geringe Anzahl nicht zusammenkommen würde, wird mit den in gewohnter Ausführlichkeit dargestellten beiden Hauptängsten der Deutschen begründet: 1. Die Angst, daß ohne den Staat nichts mehr ginge und die Zivilisation herunterkomme. 2. Der ängstliche Gedanke, daß dann, wenn man mal zu Fall käme, es nur der Staat sein könne, der einem auffange.

 

Warum geht nun die Führungselite so stiefväterlich mit ihren eigentlichen Trägern und Ernährern um?

 

„…, es gibt keine Politikerkaste auf der ganzen Welt, die das eigene Volk aus reinem Masochismus, Opportunismus, nackter Heuchelei und schizophrener Unterwürfigkeit gegenüber deutschfeindlichen Ländern so sehr haßt, die ihm ganz bewußt so viel Schaden zufügen will wie unsere eigene.“ (Seite 124) und; „Es gibt in Deutschland kaum eine politische, insbesondere außenpolitische Entscheidung, die nicht auf die deutsche Schuld am zweiten Weltkrieg mit seinen Greueltaten und zig Millionen Toten, vor allem aber am Massenmord an den Juden gerechtfertigt wird.“ (Seite 204)

 

Das Lesen dieses Buches war für mich interessant. Egal, mit welchen Teilen des Inhalts ich einverstanden bin oder nicht, ich muß zugeben, daß Akif Pirincchi, mein Stiefbruder am Busen unserer Mutter Deutschland, sich ausführlichere Gedanken über diese Mutter gemacht hat, als ich selbst!

Friedrich Treber

   
© Friedrich Treber