Mensch zwischen uns

Mensch zwischen uns

Zwei Meter kommen auf mich zu in festem Gang

in aufgeknöpftem Ledermantel wadenlang.

Darunter Jeans in Cowboyboots verjüngen sich.

Der kahlgeschor'ne Kopf jagt kalten Schreck durch mich.

 

Mir sich’ren Abstand nehmend, seh' ich off'ner hin.

Es lebt Horst Wessel wohl mit Wyatt Earp in ihm.

So anders scheint er, jeder gafft ihn an, wird still.

Da steht die Frage: Ist das alles, was er will?

 

Schlägt Trommeln der Gewalt sein Cowboystiefelgang?

Ist's nur in seinem Wachsen Stufe Sturm und Drang?

Wo wegblind tobend sich erprobt die junge Kraft.

Vergiftet Denken sein Gehirn, das Gräber schafft?

 

Vergiftete Gehirne, Hände legen Brand,

Gefahr für Menschenleben nur in diesem Land?

Ist Mensch, wer Gleichgesinnten laut von Abscheu spricht,

gereiht in Lichterketten zeigt: So bin ich nicht?

 

Wenn's möglich, daß ein Kahlkopfdenken dort gedeiht,

wo Umgang regelt, was genannt wird Menschlichkeit,

dies Wort nicht Schminke bleibt auf Oberfläche nur,

so wär dies Denken Krankheit, Wille der Natur.

 

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© Friedrich Treber