Likedeeler

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Vierzehntes Jahrhundert, dem Ende nah schon,

Kampf Mächtiger tobt um den schwedischen Thron.

Ein Krieg frißt aus Schatzkammern allzuviel Gold.

Der Herzog zieht  Hilfstruppen, spart’ sich den Sold:

Hebt Raubmord ins Recht, ruft zum Kaperkrieg auf,

stellt Schutzhäfen, Märkte zum Beuteverkauf.

 

Wem später das Richtschwert den Lebenssaft nahm,

den fragte kein Richter, woher er einst kam.

Warum er sein Bündel aufs Räuberschiff trug,

den Amboß ließ stehen, das Fischnetz, den  Pflug?

Als Bauernsohn, nachgebor’n, Erstbruders Knecht?

Ob Bettler, ob Gaukler, kein Heim und kein Recht?

 

Viel Kosten, kein Sieg, auch nach Jahren und Tag.

Die Mächtigen schlossen den Friedensvertrag.

Der Raubmord hatt’ nun seinen Namen zurück.

Wen Heimat noch aufnahm, sucht’ dort schnell sein Glück.

Dem Rest bot selbst Reichtum kein besseres Los,

drum ward jeder Anteil an Beute gleichgroß.

 

Den Letzten war Heimstatt und Kerker: Das Schiff!

Wind regenschwer Luken und Ritzen durchpfiff.

Manch schwärende Wunde vergiftete Blut.

Und während des Saufens und Grölens um Mut

träumt’ mancher sich heimlich ein Dach überm Kopf,

ein Plätzchen im Herdkreis und Grütze im Topf.

 

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© Friedrich Treber