Jedem Kind seinen Teddybär

Jedem Kind seinen Teddybär

Wo Kleine den Großen willkommen sind,

erwächst ohne Weltfurcht ein fröhliches Kind.

Es spürt auf der Haut wie  erfühlend so zart

kann streicheln die Hand, die so rauh sonst und hart.

Zwei Arme, die halten und tragen, sie baun

Vor noch nicht Erfaßtem den bergenden Zaun.

Ein Körper kann Wärme und Stütze ihm geben.

Aus sicherem Haus schaut das Kind in das Leben

Und lernt, wenn es kann mit Vertrauen hinsehn,

zu Menschen und Dingen den eignen Weg gehn.

 

Es lebt kein Kind immer im Sonnenschein.

Und sei die Zeit kurz, da es fühlt sich allein,

wenn fühlende, streichelnde Hände nicht da,

kein wärmender, stützender Körper jetzt nah,

die schützenden Arme ihm nun nicht bereit,

wenn brechen den Schlaf zwei Stimmen im Streit,

dann mag zum Anschmiegen der Teddybär taugen:

Viel Augennaß kann so ein Fell aufsaugen.

Die eigene Wärme zurück von ihm geht.

Was Kinder auch leiden, ein Teddy versteht.

 

Ein Kind wächst gar schnell und es spürt mit der Zeit

Des kleineren Teddybärs Hilflosigkeit.

Und weiß, was es selber nun kann für ihn tun:

Die eigenen Händchen, die streicheln ihn nun.

Den Teddy, den in seinen Armen es hält,

beschützt es und zeigt ihm die eigene Welt.

Spürt eigenen Körpers wärmendes Leben.

Lernt Schwächre zu schützen und ihnen zu geben.

Den Schwachen wird Leben so weniger schwer.

Darum jedem Kind seinen Teddybär.

 

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© Friedrich Treber