In Zeiten des Verfehlens

In Zeiten des Verfehlens

Das Bild von dir, in dir, dem Menschenblick nicht offen,

zu fassen nicht in Psychotests und Zahlen,

das keiner Logik Elektronen auf den Bildschirm malen,

hast in der hingelebten Zeit es nicht getroffen.

 

Der Schmerz - du kennst ihn – bohrt, zeigt, daß es lebt.

Was trug und hielt, indessen unter dir zerfließt.

Und du in Dich das lügensüße Gift eingießt,

daß Nebel Fußverwirrer auf die Brücken webt.

 

Doch selbst ein tiefer Fall kann nähern uns dem Ziel.

Und wenn am am schönen Baum, jetzt winterstarr und kahl,

in dir aus zielfrei Spielen grünt ein einzig Blatt,

 

so sprach das Leben dir noch nicht das Urteil: "Matt".

Verborgen träumen Wege, spottend Maß und Zahl.

Nur geh, auf jedem Weg zählt ein Schritt viel.

 

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© Friedrich Treber