Vergiftete Träume

Vergiftete Träume

Liebe der Eltern rief sie in die Welt

Gab dem Kind Boden, der trägt und hält

Raum auch zum Wachsen geborgen, doch frei

leben zu lernen, stark sein dabei.

so steht in den Akten es eines Gerichts:

Dies Kind hatte alles es fehlte an nichts.

 

Stärke und Wärme macht' oft sie zum Stern.

Wen Neid nicht benagte, der mochte sie gern.

Früh ward ihr Leben zum Weihnachtsbaum,

davon sie pflückte, die Müh' merkt man kaum.

Ihr Photobuch zeigt Erfolg viel an Zahl,

der wurde schnell gestern und schmeckte dann schal.

 

Liebe kam auch, wie das ist nun einmal

nicht zu früh, nicht zu spät, ohne Ekel und Qual,

nicht wie im Roman als des Lebens Kron'.

Sie fragte auch hier: War das alles schon?

Was das Leben ihr gab schien ihr arm  und klein,

stets sollte es besser und größer sein.

 

Einer dann kam, der versprach ihr viel mehr

als Leben wie 's ist uns will geben her:

Das Gift zum Träumen, wohl hatt' sie gehört,

daß es Menschen nicht losläßt und Leben zerstört.

Der Gier aus der Leere ist genug nie genug.

So ließ sie sich fallen in Gift, Traum und Trug.

 

Träume und Drogen auch sie lassen leer,

sie jagt neuem Traum, neuem Gift hinterher.

Entfremdet dem Leben, das richtig man nennt,

Helfende Hände sie nicht mehr erkennt.

Zerstört sich mit Wissen und wünscht sich doch sehr

ein Leben, das noch ein Zuhause ihr wär.

 

Refrain:

Voll Glanz und ewig süß

malt uns der Traum

Früchte vom Lebensbaum.

Wahrheit mischt Bitt'res bei

Vergehen spüren wir.

Traum hetzt zu neuer Gier.

 

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© Friedrich Treber