Träume vom Süden

Träume vom Süden

Eisig nistet Nebel im Kragen,

schickt Krötenhände die Waden herauf.

Sonne gähnt, weckt in diesen Tagen

die Feuerpunkte im Haar dir nicht auf.

Grau in Grau schleicht von Asphalt und Wänden

in die Augen ihr Schimmer zurück.

Sehnsuchtsgedanken im Süden enden,

Liebling, mir sagts deine Laune, dein Blick.

 

Refrain:

Im Süden ist Wärme, hier Freunde und Pflichten,

Härte und Hetze doch Lohn auch dafür.

Ein Traumschloß im Nebel lockt nicht zu verzichten,

wag' Seiltanz im Süden nicht einmal mit dir.

 

Süden in den Alltag zu bringen,

warf in den Kochtopf ich etwas davon.

Lieder vom Süden will ich dir singen,

riechst du den Knoblauch, den Rosmarin schon?

Märchenduft soll den Töpfen entsteigen,

zaubern zurück dich in sorglose Zeit.

Mögen die Nachbarn uns morgen anschweigen.

Heut sei ein Fest, deinen Träumen geweiht.

 

Alltagskämpfe seien vergessen,

wir kosten Gaben des Südens, den Wein.

Kerzenschein wie wir oft schon gesessen,

laß Ruhe uns finden und näher uns sein.

Lodern auf dann zwischen uns Flammen,

tragen aus Enge und Kälte uns fort.

Liebling, dann haben wir beide zusammen

geschlagen ein Schnippchen der Rauhheit des Nord!

 

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© Friedrich Treber