Jorgos, der Fischer

Jorgos, der Fischer

Jorgos, er selbst nennt sich Fischersmann,

kennt einsame Buchten und Strände viel

auch Wiegen des nächtlichen Meers unterm Kiel.

Sein gutes Boot ihn wohl nähren kann.

Zwang haßt er und Alltagseinerlei.

Fischt, wann er Lust hat, lebt wild und frei.

 

Mag er dich, zeigt er dir alles gern,

schenkt dir vom Fisch und auch von seiner Zeit.

Fährt nach der Zeitung dich stundenweit.

Beim Wein dann unter nächtlichem Stern

lehrt honorarfrei er Philosophie:

Leb' jeden Tag, als käm morgen nie!

 

Raki, den liebt er, auch Frauen und Wein.

Frißt ihm die Zeit, macht die Glieder oft schwer.

Und muß dann das schnelle Geld wieder her,

wirft Dynamit er ins Meer hinein.

Füllt sich wie and're schnell Beutel und Boot

Doch auch die Brut für die Zukunft ist tot.

 

Leben ist kurz, drum jagt viel er ihm ab,

weiß dabei wohl, welchen Schaden er tut.

Sagt dazu: Vielleicht ich schon morgen kaputt.

Zerbombt das Meer - sagt, er liebt es - zum Grab.

Lebt frei und wild in den Mund durch die Hand.

Frißt kahl dabei sein Schlaraffenland.

 

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© Friedrich Treber