Die Einen und das Ganze

Die Einen und das Ganze

Aus den Fugen zwischen Bodensteinen

der Terrasse vor der Psychiatrie

streben auf zur Sonne Ahornpflänzchen.

Auf so fast zweihundert schätz´ ich sie.

 

Samen schoben Wurzeln in die Erde,

streiften die Propellerhaube ab,

breiteten zwei Blättchen in die Sonne,

Grün aus Luft und Wasser Nährsaft gab.

 

Pflänzchen folgten Leben ohne Fehler,

Lebenshoffnung strahlend sie nun steh’n.

Wind legt´ Samen ab am falschen Platze.

Keins von ihnen wird den Sommer seh’n.

 

Müssen sterben unter Menschenfüßen.

Ohne dies blieb´ Leben dennoch Traum:

Kampf um Licht zwäng’ bald einander töten:

Einem Baum gäb’ Leben nur der Raum.

 

Jährlich taumeln ungezählte Samen

in den Kampf um Boden, Leben, Licht.

Und mir sagt der Tod der Ahornkinder:

Einzellos berührt den Weltlauf nicht!

 

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© Friedrich Treber