Stasny novy rag, Anina!

Stasny novy rag, Anina!

Vorm Fenster sprüht Feuer, prost Zweitausendvier!

Ein Kater mag fressen des Jahrs ersten Tag:

Zwei Flaschen, ein Glas auf dem Tischchen vor mir.

Ein Blitz durch den Kopf: Stasny novy rag!

Zum Jahr achtundsechzig die Karte von Dir:

Ein Weihnachtsbaum drunter ein Fäßchen Bier.

 

„Noch mehr?“ wieder klingt deine Stimme im Ohr,

Du warst das schönste Mädchen von Prag.

Student auf Reise im Sommer davor

wagt kaum ich Dich anzuseh’n vor diesem Tag.

Da kamst Du die Suppe ausschöpfend mir nah,

ganz Prag und die Welt war’n verzaubert ab da.

 

Ein Abend zu zweit war uns nur noch vergönnt,

mir krönender Abschluß am letzten Tag.

Zum Morgen hin trug der verrückte Student

Dich auf seinen Armen, Anina, durch Prag.

Umarmungen, Küsse, für mehr war nicht Zeit,

Neujahrsgruß die letzte Streicheleinheit.

 

Momente des Zaubers vergaß ich nie ganz,

Hat jeder gezündet ein Licht in mir an.

Raubt Last oder Kummer dem Leben den Glanz,

die Lichter, sie helfen, den Weg gehen dann.

Der schönsten eins gab mir mein Wunder von Prag.

 

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© Friedrich Treber