Andere Kinder

Andere Kinder

Das sind nicht Kinder, einfach an der Hand zu fassen,

daß dich durchströmt, was Menschen gut heißt sein.

Ihr Leben lehrte: Niemand nahe kommen lassen!

Ihr Körper, in Erschlaffung starr sagt: Nichts darf rein!

Nur was mit bill’ger Hinterlist Genuß täuscht vor,

doch niemals sättigt, öffnet Auge, Mund und Ohr.

 

Zum Ekeln fadet Kaugummi aus ihren Mündern.

Ihr Wortschatz pendelt zwischen After und Geschlecht.

Sie grinsen, wenn sie Schwächre quälen oder plündern.

Gestellt zur Rede, jeder höhnt: Ich kenn’ mein Recht!

Gehaßtes Leiden tun sie spielend Andern an.

Kein sanftes Wort sie in der Tiefe treffen kann.

 

Um frischen Glauben ringen Tag für Tag aufs Neue,

daß was du täglich tust, doch einmal Wurzeln faßt,

in Wut entlarvt, dem eig’nen Reifen halten Treue,

dich wiederfinden, wenn du selbst dich haßt,

sie sehen und versteh’n als Kinder ihrer Welt,

braucht Kraft, die seltnenfalls ein ganzes Leben hält.

 

zurück

   
© Friedrich Treber