Allein sein können

Allein sein können

Miteinander, wo den Zaun

Angst vor'm Draußenstehen setzt,

Stachelkäfig wird es baun.

Seelen, eingesperrt, verletzt,

wirbeln im Zerstörungstanz.

Kinds Gesicht ausdunkelt Glanz.

 

Menschen, Licht an dunklem Tag,

hören zu und helfen gern.

Leben landet manchen Schlag,

Freund, auf eignen Wegen, fern.

Nachts, wenn Sorge Schlaf vertreibt,

leer und kalt die Hand oft bleibt.

 

Wahrheit, wie ein Geist sie sieht,

wenn zur Flamme angefacht,

Kreis von Leere um sich zieht.

Freund hat Eigenes gedacht.

Andrer Mensch liebt Wahrheitsglut,

wo sie seiner Haut nichts tut!

 

Führt in Dornen Weg zu zweit

bleiben Risse in der Haut,

baden in der Einsamkeit

Balsam über Wunden taut.

Zelt in Einsamkeit zu baun

setzt zum Leben Stachelzaun.

 

Gibt im Sturm dem freien Baum

eigner Wurzeln Stärke Ruh,

teilt mit andern er den Raum,

kann sich furchtlos neigen zu.

Kraft, die ihm allein gehört,

richtet auf ihn unzerstört

 

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© Friedrich Treber