An Mutters Hand und doch allein

An Mutters Hand und doch allein.

Ein kleines Ding an ihrer Wange,

da spricht mit Lächeln sie hinein.

Ob Bitten, Fragen,  auf was zeigen

nicht einen Blick nur bringt es  ein.

Kein Echo wird da Kindes Hange,

daß jemand ihm sich mög’ zuneigen.

Als Ding gezogen hinterdrein!

 

Auf solches Kind die Welt wirkt ein.

Kann selber scheinbar nichts bewegen,

darf Spieler nicht, nur Spielball sein.

Es zweifelt, Menschen zu erreichen,

mag fragen: Bin ich’s wert denn nicht?

Lernt es dann, Ärger zu erregen,

wenn Menschensinn nicht zu erweichen,

stellt manches Kind sich selbst ins Licht.

 

Wächst solches Kind von Mutters Hand,

wird’s schaffen sich ein eignes Leben?

Vor Andern sichern eignen Stand?

Von Falschen oft sich lassen binden,

weil inn’ge Mutter Suchens Ziel?

Für Vorgetäuschtes Eignes geben?

An Mutters Sterbebett sich finden

in hohler Hand ein Technik-Spiel?

   
© Friedrich Treber