Verpaßte Gelegenheiten

Verpaßte Gelegenheiten

Die Stimme, so warm, auf den Atem mir drückt.

Gesucht –wenn!- dahinter, was hätt ich gefunden?

Ein Haus, eine Wüste, ein Herdfeuer, Wunden,

bleibt Frage wie diese, ob’s je mir geglückt,

im Schlaglicht der Hochsee in Sturm und Gefahren

den anderen Menschen in mir zu erfahren.

 

Mein Platz blieb am Ufer. So sollt’ es wohl sein.

Mit Pflichten als Ketten um Knöchel behangen.

Nicht alle erfüllt, glaub’ ich, keine umgangen.

Ein „Danke“ tropft hie und da mal auf den Stein.

Ein Seebär nennt Narben und Schwielen sein Eigen,

ich Magengeschwüre, die sind nicht zum Zeigen!

 

Ein taktfester Atem führt wieder ins Hier.

Zu spät, einer Stimme Geheimnis zu heben.

Traum wabert im Nebel vom anderen Leben.

Was ließ ich den Herzschlag beschleunigen mir?

Erinnern an Sehnsüchte, Träume und Schwärmen

Wirft Äste ins Feuer, das Alter zu wärmen.

 

   
© Friedrich Treber