Späte Tage im Licht

Späte Tage im Licht

Herbsttage von so brückenloser Sicht,

an Farben reicher als der Restkreis Jahr.

Schnell überdeckt ein Dunst, was eben klar,

weicht wieder Mal um Mal dem Licht.

 

Gefangen von den Bildern bleibst du steh'n.

"Wie schön!" klingt's ungerufen auf in dir.

Als zeige, was in Klarheit aufflammt hier,

nicht Fallenlassen, Sterben und Vergeh'n.

 

Wo Trost, da Reife und Erfüllung, ein Gewicht,

Geword'nes wachsend in den Wandel zieht?

Und Zeit auch ungereifter Frucht entflieht?

 

Als daß des Werdens Rad im Takt sich weiterdreht

und Leben immer neu in Formen flicht

aus Stäubchen dessen auch, was jetzt vergeht.

 

   
© Friedrich Treber