Durango war nur ein Traum

Durango war nur ein Traum

„No llores, mi querida, dios nos vigila, soon the horse will take us to Durango,

agarra me, mi vida, soon the desert will be gone, and soon you will be dancing the fandango!

(Bob Dylan)

 

Vergangnen Abend, eine Weile neben mir,

du plaudertest wie sonst und necktest mich.

Ich glaubt’ zu fühlen: Doch ist Schmerz in ihr!

Mit schlafreif zugesoffner Birne sitz ich hier,

such mit den Fingern Tasten, denk an dich,

und was ich jetzt so träume, schreib ich dir.

 

Auf Kissen ich dein Köpfchen sehen kann,

leicht schmerzgefurcht die Stirn, der Mund.

Heb mit dem einen Arm dich sachte an,

zieh mit dem andern mir zur Schulter dein Gesicht.

Was sagt mein Körper, der umtrieb’ge Hund?

„Du hältst ne reife Frau, ein Kind ist’s nicht!

 

Sing dir: Die Schmerzenswüste frißt uns nicht,

ein Pferd trägt uns, bald geht’s zum Tanz!

Dein ruhiger Atem streichelt mein Gesicht,

lass’ sanft dich gleiten auf dein Bett zurück.

Da huscht durch das Gesicht ein feiner Glanz.

Ein Lächeln seh’ ich spielen, welch ein Glück!

 

Der Wunsch, zu rauchen, ruft mich jäh zurück.

Es fressen Wüsten jedem ein Stück Lebenszeit.

Die meine wächst gerade um ein Stück.

Zu viele Seiten trennen uns im Lebensbuch.

Wir durch die Wüste, auf dem Pferd zu zweit?

Ich weiß, es kommt nicht einmal zum Versuch!

   
© Friedrich Treber