Kätzchen kommt nicht

Kätzchen kommt nicht

 

Mein Kind, laß dein Rufen, es will nichts mehr frommen:

Dein Kätzchen, es wird nicht wiederkommen.

Nicht morgen, nicht später, nein, niemals mehr!

Ein Auto zur Nacht muß getroffen es haben,

der Nachbar hat’s früh unterm Kirschbaum begraben.

Komm in den Arm mir, komm ganz nahe her!

 

So früh hat der Tod dir genommen dein Kätzchen.

Wie hast du’s gedrückt und gestreichelt dein Schätzchen,

so achtsam erfühlt, was ein Kätzchen gern mag,

es laufen gelassen, wenn es das wollte,

so sanft ihm gezeigt, wo es wegbleiben sollte,

dies kurze Leben verschönt Tag um Tag.

 

Daß uns, was wir lieben, vom Tod wird entrissen,

kann täglich uns treffen, wann kann niemand wissen.

Vielleicht morgen ich schon, ich hoffe, nicht du!

Einander die Tage, die bleiben, zu schmücken,

einander erfühlen, uns streicheln und drücken,

ist Alles, was uns zu tun bleibt dazu.

   
© Friedrich Treber