Blumenleben

Blumenleben

Wir lieben Blumen, aber trennen sie

von ihren Wurzeln, wenn die Schönheit glüht.

Aus faulem Wasser streicheln sie uns das Gemüt

und welken. Fragen ihres Lebens Sinn doch nie,

 

der, Weggesetz des Werdens, Samen eingegeben:

Genährt von Wurzeln strecken sich zum Licht,

nach Lust der Lockung tragen Frucht in Pflicht,

sich lösen dann in Wachstumsgrund zu neuem Leben.

 

Was treibt uns, Blumen in den Abfall welken lassen?

Der Wunsch, im Leben ewig selbst zu blüh'n,

in Falters Gaukelflug von Fest zu Fest zu zieh'n?

 

Statt uns're Gaben, sei's in Alltags ausgetret'nen Gassen,

trotz Niederlagen wirkend, tropfenweis' vergeben?

Was scheidet Welken von erfülltem Leben?

 

 

   
© Friedrich Treber